Puerto Natales – Torres del Paine

Donnerstag, 5.12.

Am Vortag waren wir mit dem Bus von El Calafate in Argentinien nach Puerto Natales in Chile gefahren. An der Grenze dauerte es nervige 2,5 Stunden bis wir abgefertigt waren.
Wir nahmen den Mittagsbus zum Nationalpark Torres del Paine, der immerhin noch 147km von Puerto Natales entfernt liegt. Nach der ausführlichen Belehrung über die Regeln im Park und wieder einmal vielen Formalitäten am Parkeingang blieben uns noch 3 Stunden bis zur Abfahrt des Shuttlebusses zum Campingplatz um 20:00 Uhr. Wir nutzten sie für einen Spaziergang, auf dem man vor allem Guanakos und Vögel beobachten konnte. Beeindruckt hat uns der Kampf zweier „Guanako-Machos“, bei dem es richtig zur Sache ging.
Der Shuttlebus brachte uns dann zum Ausgangspunkt des geplanten Trekkings, dem „Acampamiento Los Torres“, einem sehr großen Platz, der sogar Duschen zu bieten hatte. Wie auf allen Campingplätzen im Park, kann man hier auch das gesamte Equipment ausleihen. Uns war unser eigenes Zelt lieber.
Am späten Abend hatten wir schon einen ersten schönen Blick auf die „Torres“.

 

Freitag, 6.12.

Ohne schweres Gepäck gingen wir hinauf zum „Mirador Los Torres“, an dem man den wohl bekanntesten, spektakulären Blick auf die drei Granitürme, die Wahrzeichen des Parks, hat.
Dafür sind immerhin 10km und ca. 1500hm zurückzulegen. Wir hatten Glück mit dem Wetter und die Berge zeigten sich wolkenfrei. Bis kurz vor Erreichen des Miradors ist nur wenig zu sehen. Die letzten 200hm sind sehr steil und plötzlich kommt man um die Ecke und der Blick raubt einem fast den Atem. Eine Stunde lang konnten wir den Ausblick genießen, dann zogen die ersten Wolken auf.
Im Abstieg kamen uns unzählige weitere „Touristen“ entgegen und wir waren froh so früh unterwegs gewesen zu sein.

 

Samstag, 7.12.

Nach einer weiteren Nacht auf dem Acampamiento Los Torres ging es auf auf eine eher gemütliche meist flache Etappe vorbei am „Refugio Los Cuernos“ zum „Acampamiento Italiano“. Das Wetter war besser als erwartet, vor allem trocken.
Die Cuernos sind eine weitere charakteristische Bergkette des Parks, auf die man hin und wieder einen Blick werfen konnte.
Der Zeltplatz liegt im Wald und bei unserer Ankunft standen schon etliche Zelte da. Nach erneuter Angabe unserer Passnummer durften wir uns ein geeignetes freies Plätzchen suchen. Das war gar nicht so einfach. Das Wetter verschlechterte sich zusehends und es kamen immer mehr Zeltplatzsuchende. Letztendlich war es sehr voll, laut und nass.

 

Sonntag, 8.12.

Es hatte die ganze Nacht geregnet und morgens war es immer noch stark bewölkt. Die Chancen am nächsten Mirador etwas zu sehen waren gering. Außerdem war zu erwarten, dass die folgenden Zeltplätze genauso überfüllt sein würden. Wir beschlossen deshalb, das Trekking abzukürzen und zum Parkeingang zurück zu kehren.
Der Weg führte zu großen Teilen durch ein Waldgebiet, das 2010 einem Waldbrand zum Opfer gefallen war, der durch einen unvorsichtigen Trekker verursacht wurde. Ein Achtel des Waldes im Park ist dabei abgebrannt. Es war faszinierend zu sehen, wie die Natur das Gebiet zurückerobert. Zwischen den Baumskeletten blühte es überall in vielen Farben.
Zwischendurch konnte man immer wieder einen Blick auf die „Cuernos“ werfen.
Wir liefen bis zum wunderschön grünen Lago Pehoe, von wo aus uns ein Boot zur Bushaltestelle am Refugio Pudeto brachte. Abends waren wir wieder in Puerto Natales. Dort gab es abends Pisco Sour und lecker Lamm.

 

Dienstag 10.12.

Nach einem Ruhetag bestiegen wir bei schönen aber stürmischen Wetter den Aussichtsberg „Cerro Dorotea“. Der Weg führt durch Privatgelände und am Eingang muss man bei Señora Frieda einen Obolus bezahlen. Er führt landschaftlich sehr schön über einen lang gezogenen Rückens zunächst durch Wiesen mit vielen Blumen und dann durch Südbuchenwälder bis auf eine offene Aussichtskanzel. Auf dem letzten Stück verwandelte sich der Wind in einen orkanartigen Sturm und wir hatten große Probleme, uns auf den Beinen zu halten. Der Blick auf die Fjordlandschaft war gewaltig.
Wieder zurück am Eingang erwartete uns Se
ñora Frieda mit Kaffee, Brötchen, Butter und Calafate- Marmelade. Während wir die „Merienda“ genossen, erzählte sie unentwegt.

 

 

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