Colca-Tal

7. bis 9. Juli

Mit dem Bus – wir sind die einzigen Touristen – geht es nach Chivay im Cocatal. Es dauert fast anderthalb Stunden, bis wir die Millionenstadt Arequipa verlassen haben. Im Hotel sehen wir – es regnet heftig – das Ausscheiden der deutschen Mannschaft in der Europameisterschaft Fussball. Es ist sehr kalt, aber im Hotel gibt es Heizdecken für die Betten.

Bei Sonnenschein geht es am nächsten Tag zu Fuß nach Maca mit seiner schönen Kirche. Vom nächsten Ort fahren wir dann mit dem Bus nach Cabanaconde am anderen Ende des Colca-Canyons.
Früh am Morgen besteigen wir den Bus, um zum Cruz del Condor zu gelangen. Dort können wir 2,5 Stunden Kondore fotografieren und beobachten, die die Thermik zum Fliegen nutzen. Unser nächstes Ziel ist dann wieder Chivas, wo wir es uns in der wunderschönen Therme gut gehen lassen.

Arequipa

Die Zeit vor und nach dem Cocatal verbringen wir in Arequipa. Das Hotel ist ruhig, nur das Frühstück entspricht nicht den bisherigen. Leider gibt es kein Obst.

Arequipa ist mit 1,2 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Perus. Die Altstadt ist sehr schön, vor allem der Plaza de Armas. Dort liegt auch die Kathedrale. Sehenswert ist vor allem das Kloster Santa Catalina – eine kleine Stadt in der Stadt. Besonders schön ist es in den Morgen- und Abendstunden.

Es gibt viele Möglichkeiten,  gut zu essen und Kaffee zu trinken. In den riesigen Markthallen gibt es kaum Touristen – man sieht ja nicht gern seinesgleichen.

Cusco

28. Juni bis 3. Juli

Nach den spannenden aber auch anstrengenden Tagen im Dschungel verbringen wir einige ruhigere Tage in Hauptstadt der Inkakultur Cusco auf 3400 m Höhe mitten im Andenhochland. Wir genießen in den ersten Tagen das Flair der Stadt, bummeln über Märkte und durch Markthallen, besuchen die Kathedrale, die mit dem vielen Gold und den Spiegeln protzig wirkt. Neben der Kathedrale, auch an der Plaza de Armas steht die noch prunkvollere Jesuitenkirche.
3 km oberhalb von Cusco liegt Saqsaywamán, eine der bedeutendsten Ruinenanlagen aus der Inkazeit. Der Weg dorthin bietet immer wieder tolle Aussichten auf die Stadt.
Ein interessanter Multicache führt uns über mehrere schöne Plätze nach Kenko, einer weiteren Kultstätte aus der Inkazeit.

Unseren Ausflug nach Mara und den naheliegenden Salinen bewältigen wir mit Minibus, Taxi, Dreirad, Collectivo und zu Fuss, bei herrlichem Wetter.

die Stadt

die Inkakultstaette Saqsaywaman

die Salinen von Maras

Nationalpark Manu

21. bis 27. Juni: 7 Tage Dschungel

Der Nationalpark Manú liegt im Amazonasgebiet im Südosten Perus am Ostabhang der Anden. Der Zugang zum Nationalpark ist sehr eingeschränkt. Eine Kernzone von 81,5% darf nicht betreten werden. Dort leben noch kleinere Indianerstämme, die keinen Kontakt zur Außenwelt haben. Weitere 13,5% dürfen nur mit spezieller Erlaubnis für Forschung und eingeschränkten Tourismus betreten werden.  Die restlichen 5 % sind teilweise von Indios besiedelt und für den Tourismus geöffnet. Durch diese Maßnahmen konnte die ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt weitgehend erhalten werden.
Unsere Agentur hat die Erlaubnis die Zone Reserva zu besuchen.

Um 4:30 Uhr werden wir am ersten Tag abgeholt um die lange Fahrt zum Nationalpark zu beginnen. Nach einem kurzen Besuch der Grabtürme von Ninamarca wird im Dorf Paucartambo gefrühstückt.
Bald ist in „Tres Cruces“ der höchste Punkt der Fahrt und damit der Eingang des Nationalparks erreicht. Anschließend geht es durch den Nebelwald bergab zur „Rainforest Lodge“. Unterwegs halten wir immer wieder und machen kurze Wanderungen. Wir können Pflanzen, Blumen und Vögel beobachten. Unser „Guide“ erweist sich als ausgesprochen sachkundig und nett.
Nach dem Abendessen wissen wir, dass auch der uns begleitende Koch excellent ist. Er überrascht uns immer wieder mit phantasievollen Leckereien.

Der Nebelwald

Am zweiten Tag geht es zunächst im Bus weiter bis Atalaya. Unterwegs besuchen wir eine Cocaplantage und halten an verschiedenen Aussichtspunkten. In Altaya wechseln wir auf ein motorisiertes Boot: 4 Touristen, ein Guide, ein Koch, der Bootsfahrer und sein Helfer. Wir fahren den Rio Madre abwärts und merken schnell, dass die Fahrt auf Grund vieler Stromschnellen und Treibholz nicht so einfach ist. Der Bootshelfer hatte viel zu tuen.
Erster Stop sind heiße Quellen und in dem angenehm warmen Wasser können wir herrlich relaxen. Weiter geht die Fahrt zur „Bonanza Lodge“ wo wir nach kurzer Teepause zu einer ersten Wanderung in den Regenwaldl aufbrechen. Der Pfad führt zu einem Aussichtsturm, auf dessen Plattform man in Höhe der Baumkronen ist. Die Vegetation ist faszinierend und der Wald voller fremdartiger Geräusche.

Tag 3 führt uns zunächst weiter flussabwärts auf dem Madre Rio bis wir in den Rio Manu abbiegen, dem wir flussaufwärts folgen. Nach dem Passieren des Kontrollpunkts am Eingang zur Zona Reserva steuern wir die „Matchiguenga Lodge“ an, die von einer indigenen Gruppierung geführt wird. Auf dem Weg sehen wir Kaimane, Affen, Vögel, Wasserschweine und Schildkröten. Auf einer Abendwanderung sehen wir noch einen Minikaiman, viele Frösche und Spinnen,

Am vierten Tag starten wir um 5:00 Uhr zum idyllischen See „Cocha Salvador“. Von einem Katamaran aus beobachten wir Riesenotter beim Fischfang, verschiedene Affen und Hoatzine (prähistorische Vögel).
Mittags gibt es ein Festgesessen. Es ist das Sonnenfest Inti Raymi.
Nach einer Siesta machen wir noch einen Bootsausflug und eine Wanderung, um den Dschungel weiter zu erkunden.  Dabei sehen wir große Wollaffen.
Auf der kurzen Nachtwanderung sehen wir eine Riesenschnecke, giftige Frösche und eine Boa Constrictor.

An den Tagen 5 bis 7 kehren wir auf dem gleichen Weg zurück. Dabei erleben wir auf der Bonanza Lodge ein tropisches Gewitter. Bei den Stromschnellen am Madre Rio müssen alle aus dem Boot und wer kann muss Schieben. Am Nachmittag des 7. Tages kommen wir wieder gut, voller fantastischer Eindrücke in Cusco an.

Der tropische Regenwald

Tiere im Urwald

Nachts im Dschungel

Titicacasee

von La Paz aus fahren wir mit dem Bus nach Pino am Titicacasee. Der Bus auf bolivianischer Seite startet früh morgens, ist eiskalt und erweist sich als unbequem und in schlechtem Zustand. Bus und Passagiere müssen an eine Einbuchtung des Sees mit verschiedenen Fähren übersetzen. Bald ist abzusehen, dass wir die Grenze nicht rechtzeitig erreichen werden. Aber im Zeitalter von Handys kein Problem und der Anschlussbus in Peru wartet auf uns und so können wir das Hotel Colon Inn, im Kolonialstil, doch noch beziehen.

Von Puno zu den schwimmenden Inseln und zur Isla Taquile

Eigentlich wollten wir nur einen Ausflug zur Insel Taquile machen. Aber die Touristenboote machen alle vorher einen Zwischenstop an den schwimmenden Inseln der Urus. Dort waren wir 11 Jahre vorher schon einmal gewesen und die Peruaner haben viel gelernt im Tourismusbereich. Die Show, die wir gezeigt bekommen, ist perfekt, aber natürlich kommerziell ausgerichtet.
Auch auf Taquile sind sehr viele Touristen. Da Sonntag ist, findet auf dem Marktplatz eine Festzeremonie statt. In einem kleinen Restaurant mit traumhaftem Blick essen wir leckere „trucha“ (Forelle)
Trotz vieler schöner Bilder bleibt der Gesamteindruck zwiespältig.

Die 7 Stunden von Puno nach Cusco legen wir diesmal im Luxusbus mit Internet und Sitzen wie in der Business-Class zurück. (Immerhin 20€) Dementsprechend entspannt und pünktlich kommen wir un unserem wunderschönen Hostal Niñoshotel an und warten dort auf Lotte um mit ihr in den Dschungel zu starten.

Lap Paz

Von Uyuni aus gönnen wir uns einen Flug nach La Paz und verzichten auf die11 Stunden lange Busfahrt. Der Blick aus dem Flieger ist grandios.

Unser Hostal Estrella Andina liegt mitten im Marktviertel nicht weit vom alten Zentrum. Schon der erste Spaziergang zeigt uns, der Verkehr ist absolut chaotisch. Regeln scheint es nicht zu geben. Wer die Nase vorne hat, ist Sieger. Die Stadt lernen wir, wie schon oft, bei einer „Tour for Tips“ kennen.

Bilder aus La Paz

Thomas Wilken von Suedamerikatours organisiert für uns in den nächsten Tagen die Touren und Ausflüge.

11.06. Chacaltaya (5395m) : Ueberschreitung in das Zonga Tal
(5 Fuenftausender an einem Tag)

Der Chacaltaya beherbergte auf ca. 5300 Metern einst das höchstgelegene Skigebiet der Welt. Mittlerweile ist es geschlossen, da der Gletscher abgeschmolzen ist. Mit einem Taxi „erklimmen“ wir eine Höhe von 5100 Metern und ersteigen zunächst den Chacaltaya-Hauptgipfel. Die Überschreitung der Chacaltayakette bietet ein phantastisches Panorama über fast die gesamte Cordillera Real mit atemberaubenden Tiefblicken auf La Paz. Die Tour bietet ein „interessante“ Kletterstelle im Abstieg. Die Wegfindung ins Tal ist es schwierig und wir sind froh als wir das wartende Taxi entdecken. Wir haben auf der ganzen Tour niemand getroffen.

12.06. Serranias Almillanes

Der nächstgelegene 5000er von La Paz aus, liegt am Weg zum Abra de Cumbre Pass. Er ist auf keiner Karte namentlich erwähnt, nur seine Höhe wird mit 5108 Metern angegeben. Er ist der höchste Punkt einer kleinen Untergruppe der Königskordilliere, Serranias Allminallis genannt. Die aussichtsreiche Gipfelsicht,  genießen wir wieder ganz alleine. Der Abstieg endet mit einer rasanten Geröllabfahrt direkt zum wartenden Taxi.

13.06. El Alto – mit der Seilbahn auf 4100m Hoehe

An diesem Tag werden wir vier Stunden von „Gladis“ durch El Alto geführt.
El Alto heißt „Das Hohe“. El Alto ist die schnell wachsende Schwesterstadt von La Paz und liegt auf 4000 Meter Höhe im Altiplano – direkt über dem Tal von La Paz. Wir erreichen El Alto mit der Seilbahn, die gebaut wurde, um den Verkehr zu entlasten. Da an diesem Tag die „Collectivos“ steigen, stehen wir in einer langen, sehr disziplinierten Schlange. Mit Gladis fahren wir im Collectivo zu einem großen, grellbunten Neubau.
In El Alto hat sich seit den 2000er Jahren ein neuer Baustil durchgesetzt, die „Neoandine Architektur“. Viele der Häuser wurden vom Künstler Freddy Mamani entworfen. Dabei werden Formen und Farben aus Mustern von Stoffen, Keramik und Gebäuden verschiedener andiner Kulturen aufgegriffen. Diese farbenfrohen Häuser stechen im Stadtbild von El Alto deutlich heraus, da andere Gebäude meist aus unverputzen Ziegeln bestehen.
Auch die Kirchen von Sebastian Obermaier fallen schon vom Flieger aus auf, Obermaier,  der geboren in Rosenheim, lebt seit 1978 in El Alto lebt und hat dort 72 Kirchen, zum großen Teilen mit bayerischen Zwiebeltürmen, erbaut.

Zuletzt besucht Gladis mit uns den Hexenmarkt von El Alto. Hier kann man nicht nur getrocknete Lamaföten, die die Einheimischen unter den Schwellen ihrer neuen Wohnungen vergraben, um sich Glück und Wohlstand zu sichern, kaufen, man findet für oder gegen alles eine Opfergabe für „Pachamama“.

15.06. Unbenannter 5000er vom Mullapass aus

An diesem Tag begleitet uns Thomas. Früh morgens starten wir Richtung Mulla -Pass. Nach drei Stunden Fahrt steigen wir an einem schönen See aus. Das erste Stück Weg gehen wir gemeinsam. Noch ist alles vereist. Thomas möchte dann einen noch unbestiegenen Gipfel erklimmen, wir entscheiden uns für den schöneren vergletscherten Gipfel im Talschluss. Teilweise geht es durch Büßereis uns zwischen Spalten hindurch.

16.06. Downhill „Death Road“

Sie gilt als eine der gefährlichsten Straßen der Welt, die Yungas-Straße auch genannt „camino del la muerte“ in Bolivien. Über Jahrzehnte hinweg war sie die einzige Verbindung zwischen La Paz im kargen Andenhochland auf rund 4000 Meter Höhe und den Regenwaldgebieten im Tiefland. Hunderte Verkehrstote forderte sie im Laufe der Zeit. Vor einigen Jahren wurde eine moderne und sichere Alternativroute fertig gestellt. Seither nutzt der reguläre Verkehr die Yungas-Straße kaum noch. Das wiederum lockt Downhill-Fahrer, die auf Mountainbikes die Schotterpiste herunterbrettern. Zahlreiche Agenturen in La Paz bieten die Tour an. Die Ausrüstung unserer Agentur „Madness Adventure“ ist gut, die Verpflegung und vor allem die Stimmung auch. Die ersten 30km sind Asphalt, dann geht es weitere 36km über Schotter, von 4700m auf 1200m durchquert man 4 Klimazonen.

 

17.06. Ausflug nach Tiwanaku

Unseren letzten Tag in La Paz widmen der Kultur und machen einen Ausflug nach Tiwanaku.

Tiwanaku war die erste Hochkultur Südamerikas, die 27 Jahrhunderte lang exisitierte, ca. von 1580 vor Christus bis 1172 nach Christus. Die Stadt Tiwanaku, die sich im unweit des Titicaca Sees befindet, war einst die Hauptstadt eines großen Anden-Staates, der den westlichen Teil Boliviens, den Nordosten Argentiniens, und die chilenische Litoral Küste umfasste. Die Tiwanaku Kultur erreichte große Fortschritte in der Wissenschaft, und Kunst, und entwickelte außergewöhnliche Techniken für den Anbau in der Landwirtschaft. Sie gehört zu den großen antiken Zivilisationen der Welt, die sich durch die Konstruktion von Tempeln in Form von Pyramiden auszeichneten.

Tiwanaku ist der wichtigste archäologische Ort in Bolivien, 72 km von La Paz entfernt. Sehen kann man die Reste eines enormen Komplexes verschiedener Tempel der Tiwanaku Kultur.

 

Uyuni

Von San Pedro de Atacama in Chile gelangen wir mit einer Zwischenübernachtung in Calama nach einer langen Busfahrt nach Uyuni, das in 3650 m Höhe auf dem bolivianischen Altiplano am Östlichen Rand des Salars de Uyuni liegt. Der Salar ist mit mehr als 10.000 Quadrat­kilometern die größte Salzpfanne der Erde. Die Salzkruste wurde vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen des See Tauca gebildet.

Drei Tagestour von Uyuni durch den Salar de Uyuni und den Altiplano

Wir haben eine Dreitagestour durch den Salar gebucht. Unsere Gruppe umfasst 6 Leute und einen Fahrer, der zugleich Guide und Koch ist. Natürlich spricht er nur Spanisch.

6. Juni: Salar de Uyuni

Am ersten Tag geht es zunächst zum Eisenbahnfriedhof dem „cementerio de los trenes“ mit zum Teil über 100 Jahre alten Zügen. sie stammen aus den Zeiten als es noch viele Minen gab und dienten dem Transport von Kupfer, Gold und Salz.

Zum Mittagessen geht es zu einem „Speisesaal“ ganz aus Salz mitten im Salar. Die weiße Salzfläche mit den typischen Sechsecken scheint sich unendlich in alle Richtungen auszudehnen. Nachmittags besuchen wir die „Isla Incahuasi“ mitten im Salzsee. Das heißt „Haus der Inca“, denn sie war einst ein Posten im Wegenetz der Inca. Sie ist mit großen Kakteen übersäht.

Auf dem Weg zu unserem „Salzhotel“ am Rand des Salars machen wir Halt, um den Sonnenuntergang auf dem Salar zu beobachten.

Die Nacht auf den Salzbetten wird sehr kalt, aber wir haben ja gute Daunenschlafsäcke.

7. Juni: Lagunas y Piedras

Am zweiten Tag fahren wir über den Altiplano. Wir haben einen schönen Blick auf den Vulkan Ollague, kommen an mehreren Lagunen vorbei, sehen Vicuñas und Flamingos. Dann erreichen wir bizarre Felsformationen unter denen der „Arbol de Piedra“ die bekannteste ist. Unsere sehr einfache Unterkunft liegt an der Laguna Colorado.

8. Juni: Geyseres, Lagunas y Piedras

Wir brechen im Dunkeln bei eisigen Temperaturen auf, um zum Sonnenaufgang an den Geysiren „de Sol de Mañana“ zu sein. Der Guide läuft nur mit uns ( den anderen ist es zu kalt) mitten durch die brodelnden Geysire, ein tolles Erlebnis.

Anschließend gibt es ein gutes Frühstück bei den Aguas calientes de polkes. Auf das Bad im heißen Wasser verzichten wir angesichts der Außentemperaturen. (Irgendwann muss man ja raus!) unser nächstes Ziel ist die Laguna verde. Dort hat meinen schönen Blick auf den Vulkan Lincancabur und auch auf den Cerro Toco, auf dem wir ein paar Tage vorher waren. Wir sind nun wieder ganz dicht an der chilenischen Grenze. Hier beginnt der lange Rückweg nach Norden. Aber die Landschaft ist sehr eindrücklich und immer wieder sieht man Vicuñas, bizarre Steinskulpturen und farbige Berge.

Insgesamt legen wir in den drei Tagen 900 km im Jeep zurück.

San Pedro de Atacama

Über Madrid, Santiago de Chile und Calama erreichen wir den Norden von Chile. Mit dem Taxi gelangen wir nach San Pedro de Atacama. Es liegt mitten in der Atacamawüste auf 2.440 Metern, und ist einer der trockensten Plätze der Welt.

Der Ort ist klein mit flachen Lehmhäusern und staubigen Strassen. San Pedro ist der Ausgangspunkt für Ausflüge in die spektakulären Landschaften dieser Gegend. Unser Hostal „Quinta Adela“ bietet einen eigenen Ausflugsservice und wir entscheiden uns für private Touren mit eigenem Chauffeur. Dies erweist sich als gute Entscheidung, da wir so das Programm frei entscheiden können und im kleinen 4×4 sind wir schneller sind. Unser Fahrer Oswaldo erweist sich als sehr kompetent und überrascht uns immer wieder mit seinem Detailwissen. Obwohl er fährt als wären wir auf der Rallye Dakar unterwegs, fühlen wir uns immer sicher.

1. Juni: Valle del Arcoíris

Unser erster Ausflug führt uns in das „Valle Arcoiris“ , das Regenbogental. Dieser Ausflug wird nur von wenigen Touristen gemacht und so haben wir das Tal fast für uns. Das Tal hat seinen Namen von den bizarren Felsformationen, -wänden und -säulen, vom Wüstenwind geschliffen, die in den verschiedensten Farben, von tiefrot über weiss bis smaragdgrün leuchten.

2. Juni: Tour Lagunas Altiplanicas y Piedras Rojas

Am Morgen geht es von San Pedro de Atacama in Richtung Süden. Wir besuchen Toconao mit seiner weißen Kirche mit großem Glockenturm und Türen aus Kaktusholz. Von hier aus geht es dann zum Salar de Atacama, dem drittgrößten der Welt. In ihm liegt einer der größten Bodenschätze Chiles: Lithium. Etwa 40% der gegenwärtigen Weltproduktion stammen von hier.

Im Salar liegt die Laguna Chaxa, Teil des Flamingo Nationalreservat, die wir uns anschauen.

Es geht weiter zu den Hochlandseen Miscanti und Miñiques, die sich auf einer Höhe von 3.500 m befinden und von den Hügeln der Anden umgeben sind. Hier leben zahlreiche Wasservögel. Immer wieder sehen wir auf dem Weg Vicuñas und einen  Fuchs können wir auch beobachten.

3. Juni: Cerro Toco (5606m) und Valle Luna

Blick vom Cerro Toto

Blick vom Cerro Toto

Eigentlich war die Tour zu den Tatio Geysiren geplant, aber Oswaldo hat verschlafen und für die Geysire war es dann zu spät. Er schlug uns als Alternative den Cerro Toco vor.

Mit dem Auto kann man fast bis auf 5200 fahren und dann sind es noch knapp 500 hm bis zum Gipfel auf 5604m. Kurz vor dem Ende der Strasse bleibt Oswaldo mit seinem 4×4 in einer Schneewehe hängen und wir starten von dort unseren Aufstieg. Ganz langsam geht es aufwärts. Unterwegs kann man das brandneue  Atacama Large Millimeter Array (Alma), ein ganzes Feld von Radioteleskopen, sehen.

Am Gipfel sind wir alleine und haben einen fantastischen Blick zum Mustervulkan Lincancabur hinüber, zur bolivianischen Hochebene und zu den weiter entfernten Bergen an der Grenze zu Argentinien.

Als wir zurück kommen, hat Oswaldo das Auto befreit und kurz nach Mittag sind wir wieder in San Pedro.

Nachmittags brechen wir zum Valle Luna, Ca. 15 Kilometer entfernt von San Pedro erstreckt sich das Tal zwischen Atacamawüste und den Anden. Die Landschaft in diesem Tal erinnert sehr an die Mindoberfläche. Starke Winde, extreme Temperaturschwankungen und Überschwemmungen haben über die Jahrhunderte diese einzigartigen Formationen geschaffen. Das Gebiet ist eines der trockensten auf der Erde überhaupt. Zum Schluss fahren wir zu einem erhöhten Aussichtspunkt, um den spektakulären Sonnenuntergang zu beobachten.

4. Juni: Tatio Geyseres Tour

An diesem Tag geht es nun wirklich zu den Tatio Geysiren. Wir starten eine Stunde nach dem Convoi der Gruppentouren, da wir ein schnelleres Auto haben. Die Dampfwolken der Geysiere sind am morgen, vor Sonnenaufgang am besten zu sehen. Vor Sonnenaufgang ist es in 4300m Höhe noch sehr sehr kalt (ca. minus 10 Grad) und wir sind froh unsere Daunenjacken zu haben. Das Frühsrüch serviert uns Oswaldo bei den Geysiren. El Tatio, was soviel wie „Der Großvater“ bedeutet, ist eines der am höchsten gelegenen Geysierfelder und mit insgesamt rund 80 aktiven Geysieren das drittgrößte der Welt. Die Fontänen selbst sind eher klein und erreichen selten mehr als einen Meter Höhe.  Ein besonders beeindruckendes, fast mystisch anmutendes Schauspiel ist es, wenn die Strahlen der aufgehenden Sonne die Dämpfe der Geysiere anstrahlen.

Auf dem Rückweg machen wir Halt im Dorf Machuca mit der pittoresken Santiago-Kirche.

 

 

Grönland 2015


Arctic Circle Trail

Eigentlich sollte es der Gr 20 auf Korsika werden, aber die Erfahrungsberichte von Freunden und Bekannten machten uns klar, dass das nicht der richtige Weg für uns ist: zu viel Leute, schmutzige Hütten, zu trocken, …
In einem Trekkingführer stießen wir auf ein Alternative, die uns Einsamkeit und traumhafte Landschaft, sauberes Wasser entlang des Weges und unberührte Natur versprach, allerdings auch einiges fordert.
Der Arctic Circle Trail verläuft durch die größte zusammenhängende Fläche Westgrönland, 100km nördlich des Polarkreises. In 170km führt er von Kangerlussuaq (ehemaliger Militärflughafen, jetzt größter Zivilflughafen) mit 700 Einwohnern zur westlich gelegenen Hafenstadt Sisimiut mit 6000 Einwohnern. Er führt durch arctische Vegetation entlang unzähliger Seen und Fjorde, wobei einige Bäche gequert und Sumpfgebiete passiert werden müssen.
Die Lebensmittel für die gesamte Zeit (9 – 14 Tage) müssen mitgenommen werden. Es gibt einige spartanisch eingerichtete Schutzhütten, aber ein sturmsicheres Zelt und ein guter Schlafsack sind absolut erforderlich.
Als Reisezeit wählten wir die letzten Augusttage. Dann sind zwar die Nächte schon kälter aber es sollte weniger Mücken geben und die Natur schon herbstlich gefärbt sein.
Wir benötigten 9 Tage für die gesamte Strecke.

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23. August:
Etappe 1 von Kellyville zum Ostufer des Qarlissuit,
17,4km   330h

Der eigentliche Trail startet nicht in Kangerlussuaq sondern in Kellyville. Der Weg dorthin führt am Hafen vorbei 14km über eine staubige Schotterpiste. Wir verzichteten auf die Begehung und gönnten uns ein Taxi zum Ausgangspunkt.
Der Himmel war leicht bewölkt und die Temperaturen angenehm zum Wandern, der Rucksack leider noch unendlich schwer.
Wir tauchten schnell ein in eine eindrucksvolle Landschaft mit tiefblauen Seen, flachen Gebirgszügen, grünem Gras und bunten Sträuchern. Das letzte Zivilisationszeichen war ein völlig verrosteter Wohnwagen, an dem wir vorbeikommen. Der Weg war gut zu erkennen und noch ziemlich trocken. Unzählige Rentiergeweihe lagen am Weg oder dienten der Verzierung der Steinmännchen.
Vorbei an unzähligen Seen erreichten wir das Ziel der Etappe am Ufer des Verbindungsbaches zweier Seen. Etwas abseits auf einer Halbinsel des nördlichen Sees fanden wir einen schönen Zeltplatz. Getroffen haben wir an diesem Tag niemand, nur ein Rentier beäugte uns abends vom Grat aus neugierig. Abends wurde es schnell kalt und wir verkrochen uns in die Schlafsäcke.

24. August:
Etappe 2 vom Ostufer des Qarlissuit zu einer Landzunge am Amitsorsuaq,
20,3km   440hm

Beim Aufstehen beobachtet uns das Rentier wieder. Schon beim Frühstück war es nur noch leicht bewölkt und bald schien die Sonne vom wolkenfreien Himmel.
Die erste im Führer angekündigte Furt fiel aus, der Bach war fast ausgetrocknet, auch von Mücken keine Spur. Aber man soll sich nie zu früh freuen.
Zunächst ging es eine zeitlang bergauf und bergab bis wir wieder zum Ufer des Qarlissuit absteigen.
Unterwegs haben wir ein Rentier mit Jungem beobachtet.
Gegen Mittag erreichten wir die Katiffik Hütte am Amitsorsuaq, ein kleines, gepflegtes Holzhäuschen, sauber gestrichen, mehrere Schlafplätze, für uns aber nur Gelegenheit, die Rucksäcke auszuziehen und ein paar Kalorien nachzulegen. Dabei entdeckten wir den ersten Schneehasen, auf Grund seiner Farbe nicht zu übersehen. Was wir nicht entdeckten sind die erhofften Kanus. Seit der Aufgabe des Kanu-Centers am westlichen Seeende stehen die verbliebenen Alu-Kanadier der Allgemeinheit zur Verfügung und ersparen manchen viele Stunden anstrengenden Weges. Offensichtlich sind unsere Vorwanderer alle in unserer Richtung unterwegs gewesen und haben die Boote am westlichen Seeende verlassen. Pech, so blieb uns nichts anderes übrig, als die 24km zu Fuß am Seeufer entlang zu laufen.
Den Weg am Ufer entlang erschweren Geröllfelder und große Granitblöcke, die man überklettern muss. Mit dem schweren Rucksack nicht so einfach. Aber als dieses Hindernis überwunden war, ging es recht einfach bei herrlichen Wetter im am Seeufer entlang.
Nachdem wir ungefähr die Hälfte des Seeufers geschafft hatten, erreichten wir eine große Landzunge, die sich bestens zum Zelten anbot. Da wir abends ein kleines Feuerchen machen konnten, haben wir recht lange draußen gesessen.

25. August:
Etappe 3 von der Landzunge am Amitsorsuak zum Ufer des Tasersuaq,
22km  300hm

Das Wetter war wieder herrlich am Morgen. Schon das Frühstücken an dem wunderbar blauen See machte Spaß.
Unterdessen haben wir eine gute Strategie entwickelt, das Rucksackgewicht erträglicher zu machen. Jeweils nach einer Stunde wird eine kleine Pause eingelegt, bei jeder zweiten Pause gibt es Kalorien.
Nach einiger Zeit erreichten wir das verlassene Kanucenter, das als Hütte genutzt werden darf. Im Haus schliefen noch zwei Leute. Am Ufer lag ein Kanu, das uns hier nichts mehr nutzte. Nach einer weiteren Sunde war das Seeende erreicht, wo auch die anderen Kanus lagen.
Am Bach entlang verlässt man den See, steigt hinauf, um oben schon wieder den Blick auf den nächsten See Tasersuaq zu haben. Schon von oben sahen wir die kleine Halbinsel, die unser nächste Zeltplatz wurde.
Uns kamen ein Schweizer und zwei Dänen entgegen, die sich auf die Kanus auf der für sie richtigen Seite freuten. Da an diesem Nachmittag starker Wind aufkam, sind wir nicht sicher, ob die Kanufahrt wirklich ein Vergnügen wurde.
Immer wieder konnten wir in der Ferne Rentiere sehen. Ab und zu tauchten die ersten Mücken auf.

26. August:
Etappe 4 vom Tasersuaq zur Ikkatooq Hütte,
12km    580hm

Morgens war es warm und windstill. Bis zur Ikkatook Hütte ging es ziemlich viel bergauf. Der Weg führte vorbei an vielen kleinen Seen durch Feuchtgebiete und die Zahl der Mücken nahm zu. Aber noch waren sie gut zu ertragen.
An diesem Tag trafen wir die meisten Leute, neben zwei Dänen eine achtköpfige Gruppe aus Schwaben.
Auf der Hütte kamen kurz nach uns zwei weitere junge Dänen zur Hüttenkontrolle an. Sie verbrannten den Müll und säuberten die ganze Hütte. Wir überließen ihnen die Holzpritschen und bauten unser Zelt an einem schönen Platz in der Nähe auf.
Auf dem Plateau, auf dem die Hütte lag, blies unterdessen ein kräftiger Wind, aber an einem kleinen See unterhalb war es windstill. Hier blühte das Wollgras, das uns die ganze Tour begleitete, besonders üppig.
Da die Etappe kurz war, nutzten wir den Nachmittag für ein Kurzbad im See und einen erfolglosen Angelversuch.
Später kam noch ein Neuseeländer und baute sein Zelt in einiger Entfernung auf. Ihn sollten wir in den nächsten Tagen immer wieder treffen.
Der starke Wind trieb uns abends früh ins Zelt. Die Nacht wurde sehr kalt.

27. August:
Etappe 5 von der Ikkatooq Hütte zu einem kleinen See ohne Namen,
18,9km   750hm

Am Morgen war es leicht bewölkt. Durch wunderschöne Landschaft ging es bergauf-bergab bis ins das Tal des Itinnek. Hier erwartete uns die anspruchsvollste Flussdurchquerung des Trails. Also Schuhe und Hose aus, Latschen an und zunächst einen Probedurchgang ohne Rucksack. Es klappte problemlos, auch mit Rucksack. Aber kalt war das Wasser schon.
Später kamen wir noch an einer weiteren Hütte vorbei. Aber wir wollten noch ein ganzes Stück weiterkommen. Auf einer Anhöhe fanden wir am Nordufer eines kleinen Sees einen schönen Zeltplatz. Das Fläll rundherum war wunderschön. Zwei Schneehasen tummelten sich am gegenüberliegenden Ufer des Sees. Abends (Gott sei Dank nach dem Essen) fing es an zu regnen.
Getroffen haben wir nur drei Leute, wahrscheinlich Einheimische.

28. August:
Etappe 6 vom kleinen See zur Innajuattoqhütte II,
13,8km    250hm.

Es hatte die ganze Nacht geregnet. Pünktlich zum Frühstück hörte es auf. Es blieb den ganzenTag bedeckt, aber das gedämpfte Licht ließ die Herbstfarben der Sträucher und Moose leuchten. An diesem Tag mussten wir viele Feuchtgebiete queren und kleine Bäche begleiteten uns. Manchmal war der Weg geflutet und man musste parallel ausweichen. Allerdings nahm auch die Anzahl der Mücken deutlich zu. Auch Rentiere sahen wir wieder.
Als Tagesziel steuerten wir die neue Innajuattoqhütte an, die sehr geräumig ist und sogar ein „Plumpsklo“ hat, echter „Wildnisluxus“. Der Blick auf den benachbarten See ist wunderschön.
Auf der Hütte trafen wir den Neuseeländer wieder.
Nachmittags regnete es wieder. Später kam noch ein tschechisches Pärchen aus der anderen Richtung, das auch beschloss in der Hütte zu übernachten, um alle Klamotten zu trocknen. Wir hatten einen geselligen Abend in der Hütte.

29. August:
7. Etappe von der Innajuattoqhütte zur Nerumaqhütte,
18km   340hm

Am Morgen sorgten Nebelschwaden über dem See und Fluss für ein stimmungsvolles Bild. Noch regnete es leicht. Trotzdem brachen wir früh auf.
Als erstes stand eine Flussquerung an. Dank des Tipps der Tschechen fanden wir eine für „Steinehüpfen“ geeignete Stelle. Das Fjäll wurde von Tag zu Tag herbstlicher und schöner. Außer mit Rentieren und Schneehasen machten wir an diesem Tag keine neuen Bekanntschaften mehr.
Es hörte schnell auf zu regnen, aber nass blieb es den ganzen Tag. Wir hatten unzählige Bäche zu queren. Als wir die Nerumaqhütte erreichten, sah es wieder nach Regen aus und wir beschlossen abzuwarten, ob noch weitere Schlafgäste auftauchen würden. Die Hütte war klein, aber sehr schön, genau das Richtige für zwei. Niemand kam und wir breiteten uns in der Hütte aus. Eine gute Entscheidung, denn abends regnete es wieder.

30. August:

8.Etappe von der Nerumaqhütte zur Hütte oberhalb des Fjords,

18km    330hm

Morgens regnete es noch, aber das Wetter wurde dann schnell besser. Heute galt es den gleichen Bach gleich dreimal zu überqueren. Wir hatten den Ehrgeiz dies durch „Steinehüpfen“ zu erledigen.
Wegen des Regens in den letzten Nächten war der Wasserstand sehr hoch. Zweimal fanden wir (oder besser Rainer) nach längerem Hin- und Herlaufen eine geeignete Stelle, aber beim dritten Mal hatten wir keine Chance. Also noch einmal furten. Und sofort hatten wir reichlich Mückenstiche auf den Beinen. Diese Biester!
Das ganze Bachtal war unglaublich nass. Es war der stillste Tag: kein Mensch, kein Tier, dafür viel Landschaft. Unterdessen waren wir in den Bergen angekommen und die ersten Schneegipfel wurden sichtbar.
Ziel war die Hütte am Fjord, die uns von vielen empfohlen wurde. Sie liegt recht exponiert auf einem Hügel und man hat einen herrlichen Blick auf den Fjord Kangerluarsuk Tulleq.
Es gab auch gute Zeltmöglichkeiten, aber wir fürchteten, dass es nachts wieder regnen würde. Wir hatten das Hüttchen ja für uns alleine. Und gemütlich drinnen essen ist auch nicht schlecht.

31. August:
9. und letzte Etappe von der Nerumaqhütte nach Sisimiut,
22km     890hm

Wir sind früh aufgestanden und vertilgten gerade unser Müsli, als plötzlich eine Sturmböe um die Hütte fegte. Fast gleichzeitig setzte heftiger Regen ein. Dabei hatte das Wetter eigentlich gut ausgesehen. Schnell war klar, dass dieses Wetter sich so schnell nicht ändern würde.
Sollten wir einen Tag auf der trockenen aber kalten Hütte bleiben oder durch das Hundewetter bis Sisimiut laufen? Wir entschieden uns für letzteres, denn in Sisimiut wartete eine heiße Dusche und ein warmes Zimmer auf uns. Aber immerhin waren 22km und etliche Höhenmeter zu überwinden. Also zogen wir uns so wind- und wasserdicht an wie möglich und brachen schnell auf.
Sturm und Regen waren heftig und selbst Goretex kapitulierte nach kurzer Zeit. Schnell waren wir bis auf die Haut nass, und das bei 4° C. Da half nur Gas geben. Trotzdem loggten wir den ACT-K->S. Nur zum Kaloriennachlegen wurde angehalten und so standen wir bereits um 14:00 Uhr vor dem Vandrerhjem in Sisimiut, und das vor verschlossener Tür. Frühestens um 16:00Uhr würde jemand kommen. Da wir (im wesentlichen Gaby) nicht unerheblich zitterten, beschlossen wir in dem leider teureren Seemannsheim Quartier zu beziehen. (Der Name täuscht, es handelt sich um ein Hotel). Bald saßen wir geduscht und trocken in der Cafeteria. An diesem Tag haben wir noch zweimal gegessen.

Pana-

Im Regen leuchten die Berge grün.

Fazit

Neun Tage in traumhaft schöner Umgebung liegen hinter uns. Es geschafft zu haben, lässt die Anstrengungen und Mühen so wie die kleinen WehWehchen in den Hintergrund treten.
Alles hat gut funktioniert. Wir waren gut vorbereitet, Bekleidung und Verpflegung stimmten. Der Wettergott hat es bis auf den letzten Tag gut mit uns gemeint.
Wir haben das Gefühl an einem ganz besonderen Platz der Erde gewesen zu sein, dessen Reiz das Fehlen bestimmter Dinge ist. Keine Autos, keine Häuser, kein Netz und fast keine Menschen, nur ein Trampelpfad, unendliche Weite und Stille und ein ganz besonderes Licht.

 

Sisimiut,  1. bis 5. September

Sisimiut--3

Blick auf Sisimiut vom Palais Qaqqaa

Den ersten Tag nach unserem Trekk haben wir verbummelt. Nach einem guten Frühstück sind wir durch den Ort gelaufen, haben Socken und einen kleinen Rucksack gekauft, dann wieder Kaffee getrunken und köstliche Lachsbrötchen gegessen, den Hafen angeschaut und gecacht, alles ganz gemütlich.
Wir staunten über den starken Autoverkehr, obwohl sich das Straßennetz auf den Ort beschränkt und alles gut zu Fuß zu erreichen ist.
5 Tage sind wir in Sisimiut geblieben, um dann mit dem Schiff nach Norden zur Discobucht zu fahren. Nach zwei Tagen sind wir zu Gunsten unserer Reisekasse in das Vandrerhjem umgezogen, wo wir dann auch den Neuseeländer und andere Trekker trafen.
Wir haben noch zwei kleinere Berge bestiegen, Palais Qaqqaa und Nasaasaaq,  und eine Wanderung entlang der Küste gemacht und fantastische Ausblicke genossen.
Auch ein typisch grönländisches Essen im Hotel Sisimiut haben wir uns gegönnt.
Das Wetter wurde wieder besser und bescherte uns traumhafte Sonnenuntergänge

Ilulissat 6. bis 10.September

Ilulissat--2

Sonnenuntergang in Ilulissat

Am Abend des 5. Septembers bestiegen wir unser Schiff Richtung Disko-Bucht. Das Schiff schwankte zu Beginn erheblich, aber in den Schären wurde die See ruhiger und wir schliefen gut. Schon kurz nach dem Frühstück kamen die ersten Eisberge in Sicht und bald fuhr das Schiff mitten durch ein Heer bizarrer Gestalten. Mit einer solchen Dichte von Eisbergen hatten wir nicht gerechnet.
In Ilulissat fanden wir Quartier in einem Hostel und buchten direkt unseren Zweitagesausflug in das Icecamp Equi, direkt am Gletscher Eqip Sermia, der ca. 80 km nördlich von Ilulissat ins Meer ausläuft. Dort hat man kleine Holzhütten gebaut, von denen man einen fantastischen Blick auf den kalbenden Gletscher hat.
Am nächsten Morgen ging es früh los, denn die Bootstour nach Equi dauerte fast 5 Stunden. An Bord wurden wir hervorragend mit grönländischem Essen versorgt. Schon von weitem sah man die mächtige Eiswand des Gletschers und hörte das ständige Donnern des abbrechenden Eises. Im gebührenden Abstand ankerte das Boot und wir konnten zwei Stunden lang dem unglaublichen Schauspiel zuschauen.
An Land bezogen wir die kleine aber feine Hütte, machten noch einen Spaziergang Richtung Inlandeis und genossen ein köstliches Abendessen mir Shrimps und Dorsch und anderen Leckereien.
Da uns das Schiff erst mittags wieder abholen würde, machten wir am nächsten Morgen eine Wanderung auf die Moräne des Gletschers, von wo aus man von Nahem auf den kalbenden Gletscher schauen konnte.
Zurück ging es mit einem deutlich kleineren und schnelleren Boot, das sehr dicht an die Eisberge heranfuhr. Unterwegs haben wir dann als Zugabe noch einige Buckelwale beobachten können.
Bis zu unserem Rückflug blieb noch ein Tag, den wir zu einer Wanderung zur Mündung des Eisfjords Kangia nutzten auf dem die gewaltigen Eisberge treiben.