Valparaiso

Die Tage nach der Estancia haben wir in Rio Gallegos und Punta Arenas verbummelt. Zum Abschied von Patagonien frischte der Wind noch einmal richtig auf. Am 1. Weihnachtstag ging unser Flieger von Punta Arenas nach Santiago de Chile. Hier ist jetzt Hochsommer, es weht kaum Wind und die Tage sind schon wieder deutlich kürzer.
Mit einem Mietwagen fuhren wir direkt vom Flughafen nach Valparaiso, wo wir unsere letzten drei Tage verbringen.

Donnerstag, 26.12

Wir verbrachten den ganzen Tag in der Stadt, die in einer Bucht des Pazifik, auf vielen Hügeln (Cerros) erbaut wurde. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre vielen Schrägaufzüge.
Seit 2003 ist der historische Stadtkern Weltkulturerbe. Der Zerfall der schönen alten Häuser und Aufzüge sollte damit aufgehalten werden. Dies gelingt nur teilweise. Manches ist sehr kreativ restauriert, anderes verkommt weiterhin. Besonders gut gefallen haben uns die (legalen) Graffiti, mit denen Häuser, Treppen und Mauern in der ganzen Stadt verschönert wurden.

 Sonntag, 29.12.

Zum Jahreswechsel geht es zurück in die Heimat. Pünktlich haben wir das Land verlassen und pünktlich sind wir wieder in Düsseldorf gelandet.

Hinter uns liegt eine fantastische Reise mit vielen Highlights und unvergesslichen Eindrücken.

Estancia Monte Dinero – Cabo Virgenes

 Freitag, 20.12. bis Sonntag 22.12.

Von Rio Gallegos aus starteten wir mit einem geliehenen Duster (wegen der hohen Bodenfreiheit) zur „Estancia Monte Dinero“. Von den 120km waren ca. 100km Schotterpiste, die auf Grund vorhergehender Wolkenbrüche einer Seenlandschaft glich. Aber nach 3 Stunden erreichten wir die absolut einsam gelegene Schaffarm. Das alte Haupthaus wurde stilvoll aber sehr gemütlich restauriert und vermietet Gästezimmer. Hier hat man uns zwei Tage lang rundherum verwöhnt. Das Essen war der absolute Hammer. Aber auch die Führung über die Farm, die Demonstrationen des Schaftreibens und einer Schafschur waren toll.

 

Am Samstag fuhren wir noch 20km weiter bis zum Cabo Virgenes, dem östlichsten Punkt des Südamerikanischen Kontinents, wo eine der größten Pinguinkolonien Argentiniens ist. Dort ziehen jedes Jahr zwischen September und Mai 120 000 Magellan-Pinguinpaare ihre Jungen groß. Wir waren die einzigen Besucher und konnten uns sehr frei durch die Kolonie bewegen.

 

El Chaltén – Fitz Roy

Donnerstag, 12.12.

Den Mittwoch nutzten wir für die lange Fahrt von Puerto Natales nach El Chalten.
Das Klein-Chamonix am Fitz Roy ist ein aufstrebendes, erst 1989 gegründetes Dorf mit vielen neuen Hostels, Restaurants, Panaderias etc…. . Im Gegensatz zu unseren bisherigen Stützpunkten kann man von El Chalten aus direkt in die Berge loslaufen.
Schon am ersten Tag war das Wetter vielversprechend und wir machten uns früh auf den Weg zur Laguna Torre, von der man den Cerro Torre und seine Begleiter sehen kann. Schon relativ früh konnte man die „Flammen aus Granit“ erkennen. Nach 4 Stunden erreichten wir den See, in den ein gewaltiger Gletscher, der „Glaciar Grande“ herabzieht. Dem See entlang ging es noch weiter bis zum Mirador Maestri.
Auf dem Weg zurück loggten wir noch einen Cache.

 

Freitag, 13.12.

Heute war es wieder sehr windig. Unser Weg führte uns vorbei an der „Laguna Capri“ (kein Sandstrand) und weiteren Seen zum „Campamiento Poincenot“, von wo man einen guten Blick auf den FitzRoy hat. Die Gischt fegte über das Wasser der Seen und kleine Windhosen bildeten sich. Die rasend schnell ziehenden Wolkenfahnen rund um die Gipfel ließen den Sturm in der Höhe erahnen.

 

Samstag, 14.12.

Patagonienwetter!!!!

An unserem „Ruhetag“ liefen wir nur 16km. (Irgenwie haben sich die Maßstäbe verschoben). Dabei lief uns auf dem Weg zu einem Wasserfall ein Stinktier über den Weg. Am Mirador de Cóndor gab es nicht nur Kondore sondern auch einen Cache.

 

Sonntag, 15.12.

Der Sturm war geblieben, aber die Sonne schien wieder. Mit dem Minibus ließen wir uns zum „Rio Eléctrico“ fahren, um die Nordseite des Fitz Roy zu erkunden. Der Weg führte relativ windgeschützt, größteneils durch lichte Südbuchenwälder. Hier sahen wir zum ersten Mal einen Magellanspecht. Die Männchen der sehr großen, schwarzen Vögel haben einen schralachroten Kopf.
Nach 2 Stunden erreichten wir eine kleines Refugium, von dem aus man den des Fitz Roy sehen konnte.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zu den Ausläufen des Gletschers, der vom Fitz Roy nach Osten hinabfließt. Die Gletscher sind hier unglaublich blau, zerklüftet und gewaltig.

 

Montag, 16.12.

Montags war im Ort zwar schönes Wetter, aber die Berge hingen in Wolken und wir machten eine Wanderung in der näheren Umgebung, die uns wieder durch lichte Südbuchenwälder führte.

 

Dienstag, 17.12.

Der Dienstag brachte das angekündigte gute Wetter und wir machten uns recht früh auf den Weg zu einer kleinen Bergtour. Der Aufstieg auf den „Loma de las Pizarras“ war auf der Karte eingezeichnet mit dem Kommentar „nur mit Führer“. Also durfte Rainer vorgehen (meistens). Einen Weg gab es allerdings nicht, nur ein Steimännchen an der Abzweigung. Bald war klar, dass hier schon lange niemand mehr gegangen war, aber die Wegführung war logisch und nachdem wir uns wieder mal durch Südbuchendickicht geschlagen hatten, erreichten wir offenes Gelände. Über einen langen Gratrücken und einige Felsen erreichten wir auf 1600m Höhe eine herrliche Aussichtskanzel auf den Fitz Roy. Auf dem Weg wurde auch klar, woher der Berg seinen Namen hat. (siehe Bilder).
Die ständig wechselnde Vielfalt der Gesteinsarten und -formationen war faszinierend.
„Chalten“ der ursprüngliche Name des Fitz Roy heißt in der Sprache der Eingeborenen „der rauchende Berg“. Der Blick war überwältigend und es fiel uns schwer, uns zu trennen, zumal wir einen fast windstillen Tag erwischt hatten. Auf dem Rückweg hatten wir dann noch einmal klare Sicht auf den Cerro Torre und seine Brüder.
Diesen traumhaften Tag schlossen wir mit einem dicken Steack – 450g – ab.

Puerto Natales – Torres del Paine

Donnerstag, 5.12.

Am Vortag waren wir mit dem Bus von El Calafate in Argentinien nach Puerto Natales in Chile gefahren. An der Grenze dauerte es nervige 2,5 Stunden bis wir abgefertigt waren.
Wir nahmen den Mittagsbus zum Nationalpark Torres del Paine, der immerhin noch 147km von Puerto Natales entfernt liegt. Nach der ausführlichen Belehrung über die Regeln im Park und wieder einmal vielen Formalitäten am Parkeingang blieben uns noch 3 Stunden bis zur Abfahrt des Shuttlebusses zum Campingplatz um 20:00 Uhr. Wir nutzten sie für einen Spaziergang, auf dem man vor allem Guanakos und Vögel beobachten konnte. Beeindruckt hat uns der Kampf zweier „Guanako-Machos“, bei dem es richtig zur Sache ging.
Der Shuttlebus brachte uns dann zum Ausgangspunkt des geplanten Trekkings, dem „Acampamiento Los Torres“, einem sehr großen Platz, der sogar Duschen zu bieten hatte. Wie auf allen Campingplätzen im Park, kann man hier auch das gesamte Equipment ausleihen. Uns war unser eigenes Zelt lieber.
Am späten Abend hatten wir schon einen ersten schönen Blick auf die „Torres“.

 

Freitag, 6.12.

Ohne schweres Gepäck gingen wir hinauf zum „Mirador Los Torres“, an dem man den wohl bekanntesten, spektakulären Blick auf die drei Granitürme, die Wahrzeichen des Parks, hat.
Dafür sind immerhin 10km und ca. 1500hm zurückzulegen. Wir hatten Glück mit dem Wetter und die Berge zeigten sich wolkenfrei. Bis kurz vor Erreichen des Miradors ist nur wenig zu sehen. Die letzten 200hm sind sehr steil und plötzlich kommt man um die Ecke und der Blick raubt einem fast den Atem. Eine Stunde lang konnten wir den Ausblick genießen, dann zogen die ersten Wolken auf.
Im Abstieg kamen uns unzählige weitere „Touristen“ entgegen und wir waren froh so früh unterwegs gewesen zu sein.

 

Samstag, 7.12.

Nach einer weiteren Nacht auf dem Acampamiento Los Torres ging es auf auf eine eher gemütliche meist flache Etappe vorbei am „Refugio Los Cuernos“ zum „Acampamiento Italiano“. Das Wetter war besser als erwartet, vor allem trocken.
Die Cuernos sind eine weitere charakteristische Bergkette des Parks, auf die man hin und wieder einen Blick werfen konnte.
Der Zeltplatz liegt im Wald und bei unserer Ankunft standen schon etliche Zelte da. Nach erneuter Angabe unserer Passnummer durften wir uns ein geeignetes freies Plätzchen suchen. Das war gar nicht so einfach. Das Wetter verschlechterte sich zusehends und es kamen immer mehr Zeltplatzsuchende. Letztendlich war es sehr voll, laut und nass.

 

Sonntag, 8.12.

Es hatte die ganze Nacht geregnet und morgens war es immer noch stark bewölkt. Die Chancen am nächsten Mirador etwas zu sehen waren gering. Außerdem war zu erwarten, dass die folgenden Zeltplätze genauso überfüllt sein würden. Wir beschlossen deshalb, das Trekking abzukürzen und zum Parkeingang zurück zu kehren.
Der Weg führte zu großen Teilen durch ein Waldgebiet, das 2010 einem Waldbrand zum Opfer gefallen war, der durch einen unvorsichtigen Trekker verursacht wurde. Ein Achtel des Waldes im Park ist dabei abgebrannt. Es war faszinierend zu sehen, wie die Natur das Gebiet zurückerobert. Zwischen den Baumskeletten blühte es überall in vielen Farben.
Zwischendurch konnte man immer wieder einen Blick auf die „Cuernos“ werfen.
Wir liefen bis zum wunderschön grünen Lago Pehoe, von wo aus uns ein Boot zur Bushaltestelle am Refugio Pudeto brachte. Abends waren wir wieder in Puerto Natales. Dort gab es abends Pisco Sour und lecker Lamm.

 

Dienstag 10.12.

Nach einem Ruhetag bestiegen wir bei schönen aber stürmischen Wetter den Aussichtsberg „Cerro Dorotea“. Der Weg führt durch Privatgelände und am Eingang muss man bei Señora Frieda einen Obolus bezahlen. Er führt landschaftlich sehr schön über einen lang gezogenen Rückens zunächst durch Wiesen mit vielen Blumen und dann durch Südbuchenwälder bis auf eine offene Aussichtskanzel. Auf dem letzten Stück verwandelte sich der Wind in einen orkanartigen Sturm und wir hatten große Probleme, uns auf den Beinen zu halten. Der Blick auf die Fjordlandschaft war gewaltig.
Wieder zurück am Eingang erwartete uns Se
ñora Frieda mit Kaffee, Brötchen, Butter und Calafate- Marmelade. Während wir die „Merienda“ genossen, erzählte sie unentwegt.

 

 

El Calafate-Glaciar Perito-Moreno

Montag, 2.12.

Mit dem Flieger verließen wir Ushuaia Richtung El Calafate, aus den feuchtkalten Wäldern in die trockene, sehr windige Pampa. El Calafate ist ein Ort, der sich im touristischen Aufschwung befindet, überall wird gebaut. Der Ort hat durch die vielen farbenfrohen Häuser ein sympatisches Flair. Im Hostel gab es abends für die Gäste Asado vom Feinsten.

 

Dienstag, 3. 12

Mit dem Bus fuhren wir zum Nationalpark Los Glaciares, um den Gletscher Perito-Moreno zu sehen. Dieser Gletscher gehört zum Campo de Hielo Sur und entlässt sein Eis über eine Gletscherzunge in den Lago Argentino. Die Gletscherfront ist am See bis zu 70m hoch.
Die ständig abbrechenden Eismassen sperren immer wieder den südlichen Arm des Sees vom Rest ab. Dann steigt der Wasserspiegel bis zu 20m an, bis es zu einem spektakulären Durchbruch an der Engstelle kommt.

 

 

Ushuaia

Dienstag, den 26.11. bis Sonntag, den 1.12.

Wir mussten den Montag noch in Puerto Williams verbringen, da wir die Plätze auf dem (argentinischen) Boot nach Ushuaia vor dem Trekk für Dienstag hatten reservieren lassen und das Boot dann Montag ausgebucht war. Es fährt nur einmal am Tag und hat 12 Plätze. Der Preis war höher als der für den Flug von Punta Arenas nach Puerto Williams und hier hätten wir schon ahnen können, wie die Preise für Touristen in Argentinien sind.
Wir haben dann eine Hosteria am Stadtrand von Ushuaia gefunden, die auch nicht ganz billig war, aber etwas ab vom total touristischen Zentrum lag.
Die nächsten zwei Tage gab es einen Winterreinbruch mit Schneefall, niedrigen Temperaturen und Wind. Wir haben sie zum Erholen, waschen lassen, Friseur (Rainer) und für Museumsbesuche genutzt. Als Ausländer zahlt man hier im Museum horrende Eitrittspreise.
Freitag haben wir den Nationalpark besucht. Das Wetter war besser, aber es lag noch so viel Schnee, dass man nicht auf die Berge laufen konnte. Aber die Flora und Fauna entlang des Beagle-Kanals war auch sehr faszinierend.
Samstag sind wir dann vorbei am Skigebiet von Ushuaia zum Galciar Marcial aufgestiegen. Eigentlich wollten wir als Gag den südlichsten Sessellift der Welt benutzen, aber auch hier hat uns der horrende Preis abgehalten. Auf dem Weg konnten wir aber noch einen Cache loggen.
Sonntag sind wir noch einmal von der Hosteria zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen und anschließend dann zum Hafen. Dort war die „Fram“, ein Schiff der Hurtigruten eingelaufen, das weiter in die Antarktis fährt.